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Ein Blog von Samuel Rüegger

Archive for Januar, 2008

Jan-31-2008

Phänomen Netlog

Posted by kim88 under Community, Internet

Netlog LogoNetlog ist eine sogenannte “Social Network”. Jeder kann völlig kostenlos einen eigenen Account erstellen, in einem umfangreichem Profil sein ganzes Leben dokumentieren. Persönliche Fotos der ganzen Welt zeigen, in Blogs seinen Tag in Revue passieren lassen. Sich in Events eintragen und dadurch feststellen wer alles sonst noch zu diesem Event geht, eigene Videos hochladen, Anzeigen lassen was man gerade hört, Freunde kennen lernen und neue hinzufügen.

Netlog vereint das Prinzip von YouTube, LastFM, und vielen weiteren Seiten in eine einzige Seite. Ich bekomme inzwischen beinahe täglich Mails mit Einladungen. Anscheinend kann man seine Freunde aus dem MSN – Messenger direkt Einladen.

Ich war entsetzt als ich mir Netlog genauer angesehen habe. Viele Benutzer geben dort Vornamen, Nachnamen Wohnort in einem komplett öffentlichen Profil an. Teilweise 13 oder 14 jährige Mädchen, die sich selber nur mit Unterwäsche fotografieren lassen und diese ebenfalls in ihr öffentliches Profil stellen. 16 oder 17 jährige die eine Ausbildung suchen und Bilder von sich und irgendwelchen Alkohol Partys öffentlich zeigen, die jeder Chef über Google ohne Probleme finden kann.

Um mich weiter über Netlog zu erkundigen, habe ich von einer Kollegin ihre Zugangsdaten bekommen (Danke Alexandra). Ich habe insgesamt 3 Stunden auf Netlog verbracht. Kurz nachdem ich mich eingeloggt habe, bekam ich bereits mehrdeutige Angebote von Männern die teilweise 20 oder 30 Jahre älter waren als Alexandra. Kommentare zu den Fotos darf man auch nicht wirklich ernstnehmen, weil es teilweise Leute gibt, die unter jedem Bild das sie finden den selben Kommentar einfügen. Nach dieser Testphase, bin ich davon überzeugt das Netlog nichts für mich ist.

Um noch etwas positives zu schreiben, für das immer mehrere 10′000 Menschen gleichzeitig online sind, Programme auf dem Computer mit Netlog interagieren, und die keine Ahnung viele tausende Klicks in einer Minute haben läuft die Webseite sehr flüssig und schnell. Das Gestalten des eigenen Profils wurde mit Ajax sehr schön realisiert.

 

Gnome und KDE LogoJeder der schon eine Weile mit Linux arbeitet, kennt das “hin- und her” zwischen den verschiedenen Linux Desktops. Die zwei bekanntesten sind KDE und Gnome. Mit KDE kann ich schon lange nichts mehr anfangen, viel zu viele Einstellungsmöglichkeiten, viel zu viele Eigenprogramme die noch sehr viel Entwicklung benötigen. Der Gnome Desktop gefällt mir da schon um einiges besser.

Ich habe nun einen neuen Desktop ausprobiert “XFCE” (was “Äxx Eff See Eee” ausgesprochen wird). Um diesen Desktop zu testen wollte ich ihn nicht einfach nachinstallieren, sondern Fedora mit XFCE komplett neu installieren. Nach dem Booten der Installations DVD öffnete sich der grafische Installer, der Anaconda heisst). Schnell musste ich feststellen das XFCE nicht auf der DVD enthalten ist, sondern über Internet während der Installation nachladen muss. Nachdem ich mein Notebook am LAN Kabel angeschlossen hatte, konnte ich die Software die ich wollte auswählen und installieren. Ich bin begeistert!

XFCE EinstellungsmanagerDas Motto “Weniger ist mehr” hat XFCE auf dem kompletten Desktop verinnerlicht. Der Einstellungsmanager hat gerade mal 16 verschiedene Einstellungskategorien, mit denen man den kompletten Desktop innerhalb von 3-5 Minuten für sich konfiguriert hat. Wenn ich da an “kcontrol” von KDE denke bricht in mir ein Freudenfest aus.

Der Dateimanager “Thunar” begeistert mit Geschwindigkeit. Nach dem Befehl zum öffnen, dauert es nicht mal eine Sekunde und der Dateimanager mit vielen Ordnern und Dateien ist geladen. Auch der Dateimanager wurde simpel gehalten und macht beim Arbeiten Spass. Auch der Desktop eigene Editor “Mousepad” öffnet Dateien sehr schnell.

Das KDE – Team spricht im Zusammenhang von KDE4 von einer “Revolution des Desktops”. Ich für mich, hab meine Revolution bereits gefunden.

Mein Screenshot vom XFCE Desktop

 

Jan-25-2008

Der neue Kernel

Posted by kim88 under OpenSource

Viele Leute kennen Linux nur als vorkonfigurierte Oberfläche mit einem Desktop wie KDE oder Gnome. Aber der eigentliche Kern von Linux ist der sogenannte “Linux – Kernel”. Dieser Kernel wird regelmässig aktualisiert, die neueste Aktualisierung auf Version 2.6.24 bringt viel neues mit sich.

Viele Leute kennen es, sie probieren Linux aus und bekommen z.B. ihre W-LAN Karte nicht zum laufen. Dank dem neuen Kernel wurde hier einiges verbessert. Viele neue W-LAN Karten funktionieren nun problemlos. Schön ist, das nun der “IPW3945″ Chipsatz, der in allen aktuellen “Intel Centrino” Notebooks zu finden ist problemlos läuft (Nie wieder seperate Treiber installieren :) ). Insgesamt wurden 1,25 Millionen Zeilen, bewegt, gelöscht oder hinzugefügt.

Ich erfreue mich über diese grosse Weiterentwicklung im Kernel. Durch mehr Kompatibilität mit durch Linux werden auch immer mehr Privat Besitzer auf Linux umsteigen. Den Linux hat sich in den letzten paar Jahren, immer mehr zu einem massentauglichen, produktiven, kostenlosen Arbeitsumgebung aufgearbeitet. Freuen wir uns auf das, was die Zukunft bringen wird.

 

Jan-21-2008

Jugendgewalt ist keine Mathematik

Posted by kim88 under Politik

JugendgewaltDas Thema Jugendgewalt wird zurzeit in Deutschland und in der Schweiz immer stärker thematisiert. Die Medien berichten non-stop von neuen Verbrechen, die von Jugendlichen ausgeführt werden. In der Schweiz stärkt sich meine Befürchtung, dass die SVP in ihrer neuen “Oppositionssituation” die Jugendgewalt unter dem Deckmantel der “inneren Sicherheit” zu instrumentalisieren versucht. Meiner Meinung nach ist die Jugendgewalt keine Mathematik, darum kann die Formel: Härtere Strafen = gleich höhere Abschreckung = weniger Straftaten nicht aufgehen.

Die Jugendgewalt kann man nicht mit dem Strafrecht lösen. Hier sollten Präventionsmassnahmen und individuelle Gespräche mit Jugendlichen gefördert werden. Es geht nicht darum Jugendliche solange wie möglich in irgendein Gefängnis abzuschieben, sondern man sollte die Resozialisierung fördern.

Oft hört man das Jugendgewalttäter Ausländer sind. Viele Leute fordern, dass man solche ausländische Jugendstraftäter sofort aus dem Land ausweisen soll. Hier wird vergessen, dass diese ausländischen Jugendliche hier in der Schweiz aufgewachsen sind und keine Bindung zu ihrem Heimatland haben. Hier sollte Integration der Eltern und anderen Familienangehörigen verbessert und gestärkt werden.

Die Lösung der Jugendgewalt sollte nicht im Strafrecht gesucht werden, sondern in einer Sozial- und Bildungspolitik. Mehr Bildung, bessere Integration, bessere Sprachförderung und Stärkung der Familie sind die Lösungen gegen die Jugendgewalt.

Man sollte auch nicht vergessen, dass die Jugendgewalt in den letzten Jahren stark abgenommen hat.

 

Krawalle in Bern

Krawalle in BernTrotz fehlender Bewilligung wurde die Demonstration gegen das Davoser Weltwirtschaftsforum durchgeführt. Hunderte Polizisten aus Bern und der Nordwestschweiz waren im Einsatz. Es wurden rund 200 Festnahmen durchgeführt. Bereits mittags zeigte die Polizei in den wichtigsten Einkaufstrassen Präsenz, um jede Demonstration zu verhindern. Das Bild, das einem in Bern geboten wurde, war schrecklich. Überall standen vergitterte Fahrzeuge, laufend wurden verdächtig aussehende Menschen durchsucht und kontrolliert. Kontrollen gab es auch auf den Autobahnausfahrten und am Hauptbahnhof.

Der Organisator der Demonstration, Giovanni A. Schumacher (Organisator des Bündnisses für globalen Widerstand), wurde bereits kurz vor Beginn der Demonstration festgenommen. Trotz der massiven Absicherungen konnten sich rund 100 Demonstranten um 15:00 auf dem Waisenhausplatz versammeln. Ein Demonstrationszug wurde allerdings von der Polizei aufgehalten. Weitere Ansammlungen von Demonstranten gab es in der Innenstadt, diese wurden mit Tränengas, Gummigeschosse und Wasserwerfer aufgelöst.

Krawalle in BernMeiner Meinung nach wurde hier die Gewalt von der Stadt Bern ganz klar provoziert. Da die Stadt am Donnerstag vor der Demonstration ihre Bewilligung zurückgenommen hat. Auch die massive Polizeipräsenz wirkte sehr provozierend. Es ist schade, dass man in der Schweiz nicht mehr auf die Strasse gehen darf, um zu demonstrieren.